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Passstrasse auf Mallorca

Ein Wochenbericht der eigenen Saisonvorbereitung

So - oder so ähnlich - könnte Euer Rad-Aktivurlaub bei uns mit den Casa Bicicletta in Fuschl am See aussehen.

Mallorca, 19.03., nachmittags...

Kaum angekommen muss natürlich sofort das Renngeschoss abgeholt werden. Leider ist es aber zu spät, gleich noch die erste Runde zu drehen. Kein Problem! Am Sonntag ist eh erst mal die ‚eigene‘ Einrollrunde vor der offiziellen ‚Gruppen-Einrollrunde‘ angesagt. Also rauf auf’s Rad und los geht’s...

Gemütlich geht’s von Can Picafort die im März noch völlig verlassene Flaniermeile durch Port d’Alcudia nach Alcudia. Links weg in Richtung Pollenca und schwupps... Der Lenker dreht sich, das Vorderrad nicht. Schade eigentlich.... Kommt davon, wenn man am Vorabend den Mechaniker drängt und quängelt. Dann ist die vollkommen jungfräuliche Rennmaschine, die mich die ganze Woche durch Mallorca tragen wird, zwar komplett neu aufgebaut, aber der Vorbau noch nicht fest....Uff! Also ab zur nächsten Radstation, von denen es ein paar tausend auf der Insel geben dürfte, Vorbau angezogen und schon passt alles.

Nach knapp 55 Kilometer - bei denen auf gefühlten 100 Kilometern brutalster Gegenwind herrschte – und etwa 300 Höhenmetern war’s dann gut für den Tag. Es konnte losgehen.

Am Abend ab zur Gruppeneinteilung. Jede Menge Leute, die alle aber sowas von entschlossen und schnell ausschauen, dass es einem Angst und Bange werden kann. Alle Grundlagen- und Ausdauergedanken im Vorfeld über den Haufen geworfen und gleich mal ab zur ‚Speedgruppe‘. Wenn schon, denn schon... Immerhin hab ich ja schon ganze 90 Freiluftkilometer in den Beinen und bei so vielen Leuten wird doch hoffentlich der ein oder andere dabei sein, der auch noch nicht mehr gefahren ist.

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Offizieller Start am Montagmorgen.

Angesagt sind 110 Kilometer mit 650 Höhenmetern auf Straßen, die so flach wie Holland sein sollen. Beim Start der Speedgruppe sind auf einmal neben mir nur 4 Mitfahrer + der Tourguide, Partrick. Kacke! Patrick fährt professionell Steherrenner, dabei mal eben 60 Minuten lang einen 71er (!!!) Schnitt und liegt damit selbst bei den deutschen Profimeisterschaften immer unter den Top 10. Außerdem ist er natürlich schon seit 2 Monaten als Tourguide für die bisherigen Speedgruppen auf Mallorca unterwegs. Christian, mit dem ich auch letztes Jahr schon auf Mallorca gefahren bin, ist im Hauptberuf Bergziege. Matthias ist die letzten beiden Jahre beim Ötztaler Radmarathon unter 10 Stunden geblieben und schon seit einer Woche im Training auf der Insel, Rainer ist die fleischgewordene Trainingsdiagnostik, auch schon eine Woche auf Mallorca und hat, genauso wie Bernhard, der gut 20 Jahre Jedermann-Rennen in den Beinen hat – und natürlich auch schon eine Trainingswoche auf Mallorca hinter sich hat - gefühlte 128 Jahre Inselerfahrung. Was mach ich hier bloß?!?

Die erste Runde von Can Picafort über Muro (das wir nur umzingeln aber nicht einnehmen)– Llubi – Inca – Campanet –Muro (diesmal mitten durch) und wieder zurück nach Can Picafort ist wirklich maximal wellig. Der Wind meint’s auch gut mit uns und mutig stell ich mich die letzten 30 Kilometer in den Wind. Geschafft!

Dienstag, 22.03. Die zweite Tour

Die zweite Tour soll nur leicht die Erste toppen. Mit Andreas haben wir einen zusätzlichen Mitfahrer bekommen. Wirklich beruhigen kann mich das nicht. Andreas ist letztes Jahr den Ötztaler in 9 Stunden 3 Minuten gefahren und peilt für dieses Jahr eine Zeit, deutlich unter 9 Stunden an. Unmenschlich!

Wir kommen sensationelle 11 Kilometer weit. Es zischt und Patrick hat eine Panne. Logisch, dass er auf 85er Aelos unterwegs ist. Dumm nur, dass die Ventilverlängerung nicht funktioniert, keine Luft in den Ersatzschlauch zu bekommen ist und wir wieder zurück zum Ausgangspunkt müssen. Die Panne kostet uns eine Stunde und wir starten neu über Santa Margalida – Maria de la Salut – Sineu – Lloret – Sencelles – Llubi – Sa Pobla – Port Alcudia und zurück nach Can Picafort. Insgesamt kommen wir auf 120 Kilometer, 750 Höhenmeter. Wind: mörderisch!!!

Mittwoch, 23.03. Der erste Berg steht an.

Mich packt schon beim Start die pure Panik. Wir starten wieder in Can Picafort und fahren über Santa Margalida – Maria de la Salut – Sineu – Petra nach Felanitx. Von da geht’s in den ersten echten Anstieg: Sant Salvador

Patrick und Christian sind relativ schnell weg und nicht mehr zu halten. Andreas (fährt auf der Insel natürlich auch schon seit der letzten Woche) hat einen Ruhetag eingelegt. Mit Matthias und Rainer komm ich – wohlwollend formuliert – einigermaßen mit, Bernhard kackt ab. Yes! Ich bin nicht derjenige, auf den gewartet werden muss. Das nenn ich ‚Glück gehabt‘.

Über Porto Cristo – Sa Coma – Arta (hier müssen wir, weil Patrick es so will, unbedingt nochmal rauf zu einem Kloster und höllische Höhenmeter machen) geht’s zurück nach Can Picafort. Wir kommen auf 150 Kilometer und 1.500 Höhenmeter. Das alles bei schier unglaublichem Gegenwind...

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Donnerstag ist Ruhetag.

Den hab ich auch bitter nötig. Letztes Jahr bin ich am Ruhetag zwar noch gemütlich gerollt, aber da hatten wir auch eine Gruppe, die mit ‚Speedgruppe‘ noch nicht mal einen Verwandten hat.

Freitag, 25.03., die Königsetappe steht an.

Irgendwie ist schon beim Start alles ein bisschen angespannter, als die Tage zuvor. Drei Pässe sollen genommen werden...

Mit Peter kommt ein Neuzugang in die Gruppe, der den ersten Tag auf der Insel fährt. Sehr ambitioniert, denk ich mir. Andreas hat einen Mitfahrer aus seinem Verein akquiriert, der ebenfalls mit uns auf die Runde gehen will. Rainer sind die angesagten 170 Kilometer vermutlich um 2,70 Meter zu lang. Sein Trainingsplan gibt ihm vor, dass er ‚nur‘ die Ausdauergruppe fahren kann. Die haben ja auch nur 160 Kilometer auf dem Programm. Warum hab ich eigentlich keinen Trainingsplan???

Wir starten wieder in Can Picafort. Der ‚Neue‘ – ‚Leipzig-Peter‘- schnallt sich gleich mal die ersten 60 Kilometer über Santa Margalida bis hin zum ersten Anstieg – Coll Santa Magdalena – in den Wind und donnert in den Anstieg rein, als gäb’s kein Morgen mehr. Alle anderen wie wild hinterher. Das kann sich ja nun wirklich keiner gefallen lassen! Nach der ersten Serpentine explodiert der gute Peter und es ist vorbei mit ihm. Irgendwie schafft er es aber trotzdem, durch die Ohren zu atmen und absolut ununterbrochen zu erzählen. Wir haben Angst, dabei irgendwann aus den Ohren zu bluten, sind eh schon im Höllenritt und halten das Tempo. Hilft ja nix.

Andreas‘ Vereinskollege und Bernhard zerreißt es ein paar Serpentinen weiter, Patrick, Christian, Matthias, Andreas und ich kommen einigermaßen zeitgleich oben an und genießen die Aussicht, bis sich der Rest der Gruppe hochgequält hat.

Weiter geht’s über Santa Maria del Cami zum nächsten Berg: Esporles. Der liegt mir irgendwie richtig gut und ist – scheinbar – nach noch nicht mal 4 Kilometern eh schon zu Ende. Pah! Berg? Das war doch maximal eine Welle... Patrick meint, wir könnten schon unsere Windwesten für die Abfahrt anziehen, weil’s eh nur noch ein bisschen hoch geht und dann gleich runter. Denkste! Das bisschen sind dann nochmal 4 Kilometer Anstieg. Macht nix. Irgendwie läuft’s richtig gut!

Über Valldemossa – Bunyola – Orient schießen wir zum Coll des Pico. Der letzte Anstieg der Tour. Meine Beine sagen, dass ihnen Bergfahren heute richtig Spaß macht. Coole Nummer. So früh in der Saison bin ich noch nie so gut über die Berge gekommen. Das Wintertraining auf der Rolle macht sich also doch bezahlt. Mit Tempo 80 geht’s ins Tal weiter über Lloseta und Sa Pobla zurück nach Can Picafort. Bei gnädigem – weil kaum vorhandenen – Wind kommen wir auf 170 Kilometer und 1.800 Höhenmeter. Ich fühl mich, als könnt ich den nächsten Berg gleich noch drauflegen. Ja wie geil ist das denn!?!

Samstag, 26.03., Ausrollrunde

Eigentlich steht heute die Ausrollrunde über 110 Kilometer und 1.000 Höhenmeter an. Leider nicht für mich, weil es schon zurück zum Flughafen geht. Die Woche ist wie im Flug vergangen und auch ohne der letzten Tour sind insgesamt 600 Kilometer und 5.000 Höhenmeter zusammengekommen. Die Saison ist in vollem Gange...

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Kontakt

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Casa Bicicletta
Kreuzbichlstr. 16
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